MPU – medizinisch-psychologische Untersuchung


Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST)  hat kürzlich die Jahresstatistik zur Fahreignungsbegutachtung 2017 veröffentlicht.

Insgesamt sind im Jahr 2017 bundesweit über 88.000 medizinisch-psychologische Untersuchungen durchgeführt worden. Davon bezogen sich 44% auf alholbedingte Untersuchungen. Hiervon bezogen sich 72% auf schon in der Vergangenheit aufgefallene Probanden („Mehrfachtäter“). Drogen und Medikamente waren in weiteren 26% der Fälle Anlass. Die übrigen Fälle bezogen sich auf Verkehrsauffälligkeiten ohne Alkohol oder körperliche und/oder geistige Einschränkungen.

Bei den alkoholbedingten Fragestellungen wurden beim „ersten Versuch“ über 51% als geeignet, gut 5% als nachschulungsfähig und über 36% als ungeeignet angesehen. „Nachschulungsfähige“ können nach dem Besuch entsprechender Kurse in relativ überschaubarer Zeit die Fahreignung wieder erlangen. „Ungeeignete“ können erst nach einem längeren Zeitraum mit ergänzenden Auflagen einen Neuantrag auf Fahrerlaubnis stellen. Bei den betäubungsmittelbedingten Fragestellungen wurden beim „ersten Versuch“ über 62% als geeignet, gut 5% als nachschulungsfähig und über 31% als ungeeignet angesehen.

Allgemein haben sich die MPU bei alkoholbedingten Fragestellungen seit 2014 um über 8% verringert, während die betäubungsmittelbedingten MPU seit 2014 um über 4% zugenommen haben.

Ohne professionelle Unterstützung kann keine MPU erfolgreich absolviert werden. Hierbei ist insbesondere vor überzogenen Versprechungen zur raschen Wiedererlangung zu warnen.